Familien sind es wert, besonders in den Blick genommen zu werden – 15 Kommunen für familienbewusstes Denken, Planen und Handeln gewürdigt

Feierlich umrahmt durch das Bruchsaler Streichquartett trafen sich in Bruchsal am Mittwoch, 07. Okt. 2020 auf Einladung der  Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden-Württemberg e.V. Vertreterinnen und Vertreter der insgesamt  15 Städte und Gemeinden, die sich 2019 und 2020 für die Verleihung des Qualitätsprädikats „Familienbewusste Kommune Plus“ qualifiziert hatten. Vorausgegangen war bei den allermeisten Prädikatskommunen die Vorort-Verleihung, bei denen die Gründe für die Prädikatsverleihung und die erreichten Ergebnisse ausführlich erläutert wurden. Die jetzt durchgeführte zentrale Feierstunde stand unter dem Motto „Auszeichnung und Würdigung  Familienbewussten Denkens, Planens und Handelns in Städten und Gemeinden“.

Gruppenfoto mit Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Städte und Gemeinden 

Wegen den Corona bedingten Einschränkungen konnte die Veranstaltung nur mit einem kleinen Teilnehmerkreis von maximal 46 Personen durchgeführt werden. Kurt Lacher, Geschäftsführer der Unternehmensgesellschaft begrüßte die Gäste, unter Ihnen auch Bärbl Mielich MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration, sowie die Landtagsabgeordneten  Ulli Hockenberger, in Vertretung des Familienpolitischen Sprechers der CDU-Landtagfraktion, sowie Herrn Jonas Weber in Vertretung des Sprechers für Jugend-, Familien- und Seniorenpolitik der SPD-Landtagsfraktion. In seiner Ansprache ging Kurt Lacher auf die Bedeutung des Qualitätsprädikates ein.  „Familien sind es wert, besonders in den Blick genommen zu werden“, weshalb „familienbewusstes Agieren  in den Kommunen nicht hoch genug hervorgehoben und gewürdigt werden“ könne.

Eine Familienbewusste Kommune nehme die für Familien wichtigen Felder kritisch in den Blick, setze sich mit Bedarfslagen  auseinander, nehme gesellschaftliche Entwicklungen  nicht nur zur Kenntnis, sondern gestalte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit den Vereinen, den Institutionen, mit den Ehrenamtlichen und mit der Wirtschaft aktiv ihr Gemeinwesen. Das Qualitätsprädikat soll Antworten geben auf die Frage vieler Kommunen: „Sind wir nun familienfreundlich oder nicht“. Es werde von der Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden-Württemberg e.V. nach Abschluss eines umfangreichen Prüfverfahrens verliehen. Für die Abwicklung des Prüfverfahrens, sowie die Prädikatsfort- und  -weiterentwicklung zeichne die von der Arbeitsgemeinschaft im Jahre 2016 gegründete Prädikat Familienbewusste Kommune Plus UG (haftungsbeschränkt) verantwortlich. Erstmal ausgezeichnet werden konnten die Städte Baden-Baden und Göppingen, sowie zum wiederholten Male Bodelshausen, Bruchsal,  Ehningen, Engen, Ettlingen, Pforzheim, Ravensburg, Rheinfelden, Schwäbisch Gmünd, Sontheim an der Brenz, Stutensee, Untergruppenbach und Wertheim.

„Familienfreundlichkeit ist eines der zentralen gesellschaftlichen Anliegen der Gegenwart“, meinte Frau Iris Fahle, seit Kurzem neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden-Württemberg e.V in ihrem Grußwort. Wie durch ein Brennglas habe jedermann in den letzten Monaten bedingt durch Corona dies selbst sehen und erfahren können.

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick wies in ihrem Grußwort als Gastgeberin im Besonderen darauf hin, dass das Prädikat den Kommunen auch, anknüpfend an das Prüfverfahren etwaige noch vorhandene Defizite aufzeige, sowie Empfehlungen und Anregungen für den weiteren  kontinuierlichen, familienbewussten Entwicklungsprozess gebe. So seien die „Akteure aufgerufen, die Schrauben immer weiter zu stellen“.

 

Bärbl Mielich MdL, Staatsekretärin im Ministerium für Soziales und Integration referierte zum Thema „Familienbewusst: Das Quartier für alle Generationen“. Losgelöst vom herkömmlichen Begriff der Mutter-Vater-Kind-Familie sei Familie heutzutage „immer da, wo zwei Generationen aufeinander treffen“. Also der Ort, wo Kinder hineingeboren werden und der Urvertrauen schaffen solle. Hier sei es die ureigenste Aufgabe der Kommunen, Familien zu unterstützen. Die vergangenen Wochen und Monaten hätten in ganz besonderem Maße gezeigt, wie wichtig dies sei. Die Investitionen für Familien würden sich mehrfach lohnen. Die Auszeichnung sei gleichermaßen Belohnung und Dank für familienbewusstes Agieren, stelle aber gleichzeitig auch Werbung dar für ansiedelnde Firmen und zuziehende Familien.

Unter der Moderation von Patrik A. Hauns, Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft und Fachbereichsleiter Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bruchsal erhielten die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen anschließend die Prädikatsstelen, verbunden mit einem Blumengruß und einem Exemplar der neuen „Handreichung Familienfreundliche Kommune“ überreicht. Die Handreichung ist im Zusammenwirken zwischen der Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Familie Baden-Württemberg e.V., der Familienforschung Baden-Württemberg und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) in den letzten Monaten in der vierten Auflage entstanden.  Jede der 15 Kommunen wurde von Patrik A. Hauns in Wort und Bild kurz portraitiert. Als besonders bemerkenswertes Detail wies er hierbei daraufhin, dass alle Kommunen die geforderte Mindestquote nicht nur erreicht, sondern weit überschritten hätten.

Corona bedingt hatten die Verantwortlichen auf die direkte Übergabe der Gegenstände und die Gratulation mittels „Handschlag“ verzichtet. Stattdessen holten die Kommunalvertreter die Gegenstände selbst vom Tisch auf der Bühne ab, während Bärbl Mielich, Iris Fahle sowie Hans Georg Kraus als Vorsitzender des Expertenbeirates für ein gemeinsames Foto bereitstanden. Auch der sonst übliche Stehempfang fand anschließend an den Sitzplätzen im Saal statt.

Kurt Lacher bedankte sich in seinem Schlusswort bei allen Beteiligen. Es sei landauf, landab ein sehr hohes Potential an familienbewussten Aktivitäten zu beobachten, weshalb er weitere Städte und Gemeinden dazu ermuntere, sich ebenfalls dem Prüfverfahren zu unterziehen und sich die positiven Wirkungen des Prädikates zu Nutze zu machen.